Verantwortlich: Maja Ramsauer
Bereitgestellt: 24.04.2026
reformiert.lokal 5.1 - Auffahrt – Das Mauerblümchenfest der Christen
Die neuste Ausgabe der Gemeindeseite reformiert.lokal der Kirchgemeinden Hombrechtikon und Stäfa finden Sie in Ihrem Briefkasten.
Bitte beachten Sie, dass in der aktuellen Version des reformiert.lokal 5.1. die Angaben auf dem Stand bei Redaktionsschluss per 30. März 2026 beruhen. Bitte informieren Sie sich auf unserer Website über aktuelle Gottesdienste und Veranstaltungen.
Bitte beachten Sie, dass in der aktuellen Version des reformiert.lokal 5.1. die Angaben auf dem Stand bei Redaktionsschluss per 30. März 2026 beruhen. Bitte informieren Sie sich auf unserer Website über aktuelle Gottesdienste und Veranstaltungen.
Maja Ramsauer,
Sie können die aktuelle Ausgabe » hier als Online-Version lesen.
Auffahrt – Das Mauerblümchenfest der Christent
Feiern Sie gerne Abschiedsfeste? Ich eigentlich nicht so. Einerseits mag ich mich nicht erinnern, wann ich an einem Abschiedsfest teilgenommen habe, wenn ich einmal die Abdankungen weglasse. Andererseits sind Abschiede eher schwierig und dafür ein Fest zu veranstalten, ergibt doch eigentlich keinen Sinn. Macht man in der heutigen Zeit überhaupt noch Abschiedsfeste?
Eines feiern wir jedes Jahr. Das Auffahrtsfest. Der auferstandene Christus kehrt zu Gott, seinem Vater, in den Himmel zurück. Feiern wir Auffahrt, weil Jesus sich damit endlich in den Himmel zurückgezogen hat und uns auf Erden nicht mehr mit seinen Worten belästigt und ein schlechtes Gewissen einhaucht? Feiern wir Auffahrt, weil die Episode Jesus ein für allemal zu Ende gegangen ist und der moralische Aufpasser uns nicht mehr ärgert?
Das Auffahrtsfest ist in unseren Breitengraden das christliche Fest, welches am wenigsten begangen wird, auch von der Kirche. In den letzten 30 Jahren habe ich in verschiedenen Kirchgemeinden erlebt, dass das Auffahrtsfest regional gefeiert wurde und noch immer wird. Die Folge war und ist, dass an Auffahrt an einem Ort und in einer Kirche etwa gleich viele Menschen aus ca. fünf Kirchgemeinden anwesend sind, wie in einer einzelnen Kirchgemeinde an einem normalen Sonntag. Man feiert also das Auffahrtsfest sehr verhalten und kaum jemanden interessiert es.
Andererseits möchten in der heutigen Zeit viele Menschen zum Himmel – oder meinen sie eher den Olymp? − aufsteigen. Sie denken an den Himmel des Erfolges, der Anerkennung und an den Triumph über andere. Die Vollendung ist jedoch nie Selbsterlösung oder Selbstbefreiung. Der Himmel ist immer Gnade. Vollendung und Erlösung sind und bleiben immer Geschenke Gottes. Ich denke, dass wir darum so ungern Auffahrt feiern. Verdienen tun wir den Himmel im Grunde genommen nicht. Wir haben wenig Grund, uns selbst zu feiern. Wir benötigen in jedem Fall – wie gut oder schlecht wir auch sind – die Gnade Gottes. Wir können uns vielleicht einen Namen machen hier auf Erden. Im Himmel ankommen werden wir aber nur, wenn wir auf der Erde ganz unten sind, wie Jesus ganz unten war. Ganz unten muss nicht Armut bedeuten. Es bedeutet viel mehr, dass ich mir im Klaren bin: Ich lebe aus der Gnade, der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes. Ich muss nicht die Welt retten. Denn sie wurde schon von Christus gerettet, der am Kreuz gestorben und nach drei Tagen auferstanden ist. Mit seiner Auffahrt ist auch der Weg für uns zum Himmel freigeworden. Der Weg in den Himmel ist der Weg der Gnade. Das könnten wir eigentlich schon ausgelassen feiern, oder nicht?
Marc Heise, Pfarrer
Pfarrer
Marc Heise
Bahnweg 6
8634 Hombrechtikon
043 543 96 54
Frühere Ausgaben:
Auffahrt – Das Mauerblümchenfest der Christent
Feiern Sie gerne Abschiedsfeste? Ich eigentlich nicht so. Einerseits mag ich mich nicht erinnern, wann ich an einem Abschiedsfest teilgenommen habe, wenn ich einmal die Abdankungen weglasse. Andererseits sind Abschiede eher schwierig und dafür ein Fest zu veranstalten, ergibt doch eigentlich keinen Sinn. Macht man in der heutigen Zeit überhaupt noch Abschiedsfeste?
Eines feiern wir jedes Jahr. Das Auffahrtsfest. Der auferstandene Christus kehrt zu Gott, seinem Vater, in den Himmel zurück. Feiern wir Auffahrt, weil Jesus sich damit endlich in den Himmel zurückgezogen hat und uns auf Erden nicht mehr mit seinen Worten belästigt und ein schlechtes Gewissen einhaucht? Feiern wir Auffahrt, weil die Episode Jesus ein für allemal zu Ende gegangen ist und der moralische Aufpasser uns nicht mehr ärgert?
Das Auffahrtsfest ist in unseren Breitengraden das christliche Fest, welches am wenigsten begangen wird, auch von der Kirche. In den letzten 30 Jahren habe ich in verschiedenen Kirchgemeinden erlebt, dass das Auffahrtsfest regional gefeiert wurde und noch immer wird. Die Folge war und ist, dass an Auffahrt an einem Ort und in einer Kirche etwa gleich viele Menschen aus ca. fünf Kirchgemeinden anwesend sind, wie in einer einzelnen Kirchgemeinde an einem normalen Sonntag. Man feiert also das Auffahrtsfest sehr verhalten und kaum jemanden interessiert es.
Andererseits möchten in der heutigen Zeit viele Menschen zum Himmel – oder meinen sie eher den Olymp? − aufsteigen. Sie denken an den Himmel des Erfolges, der Anerkennung und an den Triumph über andere. Die Vollendung ist jedoch nie Selbsterlösung oder Selbstbefreiung. Der Himmel ist immer Gnade. Vollendung und Erlösung sind und bleiben immer Geschenke Gottes. Ich denke, dass wir darum so ungern Auffahrt feiern. Verdienen tun wir den Himmel im Grunde genommen nicht. Wir haben wenig Grund, uns selbst zu feiern. Wir benötigen in jedem Fall – wie gut oder schlecht wir auch sind – die Gnade Gottes. Wir können uns vielleicht einen Namen machen hier auf Erden. Im Himmel ankommen werden wir aber nur, wenn wir auf der Erde ganz unten sind, wie Jesus ganz unten war. Ganz unten muss nicht Armut bedeuten. Es bedeutet viel mehr, dass ich mir im Klaren bin: Ich lebe aus der Gnade, der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes. Ich muss nicht die Welt retten. Denn sie wurde schon von Christus gerettet, der am Kreuz gestorben und nach drei Tagen auferstanden ist. Mit seiner Auffahrt ist auch der Weg für uns zum Himmel freigeworden. Der Weg in den Himmel ist der Weg der Gnade. Das könnten wir eigentlich schon ausgelassen feiern, oder nicht?
Marc Heise, Pfarrer
Pfarrer
Marc Heise
Bahnweg 6
8634 Hombrechtikon
043 543 96 54
Frühere Ausgaben:
reformiert.lokal 3.1 - Was heisst es, eine offene Gemeinde zu sein?
reformiert.lokal 2.1 - Was heisst es, eine offene Gemeinde zu sein?
reformiert.lokal 1.1 - «Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung»
reformiert.lokal 12.1 - «Ein Bild, in dem die Zeit stillsteht»
reformiert.lokal 11.1 - «Ist Gott ein Mann?»
reformiert.lokal 10.1 - «Macht nur die Augen auf – alles ist schön!»
reformiert.lokal 9.1 - Bringt Social Media die Kirchgemeinde näher zusammen?
reformiert.lokal 8.1 - Freude mit Kindern in der Kirche
reformiert.lokal 7.1 - Ferien – Mußezeit und Musenzeit
reformiert.lokal 6.1 - Konfirmation – warum eigentlich?
reformiert.lokal 5.1 - Wer regiert hier eigentlich?
reformiert.lokal 4.1 - Warum Ostern so aktuell und wichtig ist
reformiert.lokal 2.1 - Was heisst es, eine offene Gemeinde zu sein?
reformiert.lokal 1.1 - «Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung»
reformiert.lokal 12.1 - «Ein Bild, in dem die Zeit stillsteht»
reformiert.lokal 11.1 - «Ist Gott ein Mann?»
reformiert.lokal 10.1 - «Macht nur die Augen auf – alles ist schön!»
reformiert.lokal 9.1 - Bringt Social Media die Kirchgemeinde näher zusammen?
reformiert.lokal 8.1 - Freude mit Kindern in der Kirche
reformiert.lokal 7.1 - Ferien – Mußezeit und Musenzeit
reformiert.lokal 6.1 - Konfirmation – warum eigentlich?
reformiert.lokal 5.1 - Wer regiert hier eigentlich?
reformiert.lokal 4.1 - Warum Ostern so aktuell und wichtig ist

