reformiert.lokal 9.2 - «Sind wir nicht alle ein bisschen katholisch?»

reformiert.: Logo der Zeitung reformiert. (Foto: Kirche Schweiz)
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Bitte beachten Sie, dass in der aktuellen Version des reformiert.lokal 9.2 die Angaben auf dem Stand bei Redaktionsschluss per 30.August 2022 beruhen. Bitte informieren Sie sich auf unserer Website über aktuelle Gottesdienste und Veranstaltungen.
Maja Ramsauer,
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Leitartikel: «Sind wir nicht alle ein bisschen katholisch?»

Zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag

«Nein», werden Sie vielleicht sagen, «ich bin doch reformiert». Als evangelisch-reformierte Christinnen und Christen sind wir aber dennoch katholisch – wenn auch nicht römisch-katholisch. Katholisch heisst nichts anderes als «allumfassend» (v. griechischen «katholikos»). Die Kirche Jesu Christi ist allumfassend, umspannt den ganzen Erdkreis in Raum und Zeit. Wir sind in diesem Sinne also durchaus katholisch, Teil der einen Kirche, deren Haupt Jesus Christus ist.

Heute kennen wir kaum mehr konfessionelle Spannungen in der Schweiz. Zu früheren Zeiten, als grosse konfessionelle und politische Spannungen in der Schweiz herrschten, hat der Staat verordnet, dass die Christinnen und Christen in der Schweiz einen gemeinsamen Dank-, Buss- und Bettag feiern sollen. Besinnung auf das Wesentliche, könnte man sagen. Das gilt auch noch heute. Auch in einem Staat, der selbst immer säkularer wird und immer weniger Menschen einer christlichen Konfession angehören. Umso wichtiger, dass wir konfessionellen Verschiedenheiten keine so grosse Bedeutung mehr geben. Dennoch muss man nicht alles in denselben Topf werfen. Wir möchten in versöhnter Verschiedenheit miteinander leben und in der Welt für das Evangelium einstehen. Dabei dürfen wir auch die Verschiedenheiten wahrnehmen und fröhlich sein in unserer Konfession und diese bewusst leben. Nur, was ist man, wenn man evangelisch-reformiert ist? Für manche heisst das: nicht römisch-katholisch zu sein. Was hilft es aber, wenn wir wissen, was wir nicht sind? Dann leben wir aus der Abgrenzung. Vielmehr sollten wir fragen: Wer sind wir und wie bringen wir uns als Teil der allumfassenden Kirche Jesu Christi in eine immer säkularer werdende Gesellschaft ein?

Herzliche Einladungen zu den Gottesdiensten mit Abendmahl am Eidg. Dank-, Buss- und Bettag.

09.15 Uhr in Hombrechtikon mit dem Kirchenchor Hombrechtikon
11.00 Uhr in Stäfa als Themen-Gottesdienst mit dem Lobpreisteam


Monika Götte, Pfarrerin



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